Aktuelles

31.12.2020 Das Kunststoff-Zeitalter noch schärfer im Blick

Kunststoff-Objekte, die unsere Welt seit Jahrzehnten prägen, gehören ins Museum – aus eigenem ästhetischen Wert heraus oder um den Alltag vergangener Generationen lebendig werden zu lassen. Kunststoffe stehen für die Zeit, in der sie eingesetzt wurden. Und Museen müssen in die Zeit passen, in der die Menschen sich für ihre Vergangenheit interessieren. Darum haben wir unsere Webseite für Sie nunmehr komplett neu gestaltet. Frisch anzusehen, aber auch mit spannenden Änderungen „unter der Haube“, zum Beispiel einer noch einfacher zugänglichen Suchfunktion.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß und noch mehr inspirierende Erkenntnisse über mehr als ein ganzes Jahrhundert Kunststoff-Zeitalter!

13.11.2020 Future Talks 019

Die Pinakothek der Moderne in München lädt im Zweijahresturnus internationales Fachpublikum aus dem Bereich des Erhalts moderner Materialien zum Wissenstransfer und zur Vorstellung aktueller Forschungsprojekte ein. In diesem Jahr fand der Kongress vom 11. bis zum 13.11.2019 mit dem Schwerpunktthema „Surfaces. Lectures and Workshops on Technology and Conservation of the Modern“ statt.

Sowohl die TH Köln, als auch das IKT (Institut für Kunststofftechnik) der Universität Stuttgart als Projektpartner von „KuWerKo“ haben an der Veranstaltung teilgenommen. Lisa Burkart hat das Projekt KuWerKo durch einen Vortrag zum Thema Terminologie einem breiten Fachpublikum vorgestellt. Anhand der Rückmeldungen wurde auch hier die Notwendigkeit einer fachübergreifenden Terminologie für moderne Materialien deutlich. Im Rahmen zahlreicher Fachvorträge, Workshops und Exkursionen entstand auch in diesem Jahr ein lebendiger Austausch.

12.07.2020 Radiosendungen zu 150 Jahren Patent für Celluloid

Am 12.07.1870 meldete John Wesley Hyatt sein Patent zur Herstellung eines Kunststoffs auf Cellulosebasis an: sein „Celluloid“ war der erste thermoplastische Werkstoff für die Massenproduktion.

Der WDR hat dazu zwei Radiosendungen produziert, die teilweise in der Sammlung des Deutschen Kunststoff-Museums aufgenommen wurden. Zum Nachhören:

WDR 2 Stichtag, 12.07.2020

WDR 5 Zeitzeichen, 12.07.2020

Zum persönlichen Blog der Autorin Claudia Friedrich.

05.05.2020 Besuch in Oberhausen

Kasten mit Farbmustern aus Polystyrol der Firma Monsanto (USA)

Am 5. März 2020 hat Hans Vlottes, der dem Deutschen Kunststoff-Museum 2016 seine umfangreiche Sammlung von Alltagsgegenständen aus Kunststoff als Schenkung übergeben hat, den Peter-Behrens-Bau in Oberhausen besucht. Im Mittelpunkt stand natürlich die Besichtigung des Depots, um ihn über die Maßnahmen zur Unterbringung und Konservierung der Objekte aus seiner Sammlung zu informieren. Frau Scholten und Frau Bode erläuterten die Arbeit und Stand der Forschung des Projektes „KuWerKo“ und gaben einen Einblick in die Bearbeitung der Sammlung.

Herr Vlottes kam nicht mit leeren Händen: als Ergänzung seiner bereits getätigten Schenkung brachte er zusätzlich interessante weitere Exponate, darunter Dokumente wie historische Preislisten, Kataloge, Werbung und auch Muster mit. Diese sind natürlich für die historische Einordnung von Sammlungsobjekten von großer Bedeutung.

14.03.2020 "Plastic Icons" in Minden verschoben

Wegen der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus konnte die Ausstellung „Plastic Icons“ im Mindener Museum am 14.03. leider nicht eröffnet werden. Kern der Präsentation ist die Wanderausstellung „Plastic Icons. Designikonen aus Kunststoff“ des KMV, die verschiedenen herausragenden Designobjekten aus Kunststoff gewidmet ist. Ergänzt wird sie durch Kunststoffexponate aus der eigenen Sammlung des Mindener Museums. Wir hoffen, dass bald wieder Museumsbesuche möglich sind, sodass der Aufbau nicht ganz umsonst war.

„Plastic Icons – Aufbruch ins Kunststoffzeitalter“

14.03.-18.06.2020, Mindener Museum

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16.11.2019 Zum Tode von Hans Ulrich Kölsch

H.U. Kölsch (4.v.l.) bei der 25-Jahr-Feier des KMV 2012 im NRW-Landtag in Düsseldorf

Am 16.11.2019 starb unser langjähriges Mitglied, Hans Ulrich Kölsch. Vielen von uns wird der Name Kölsch ein Begriff sein, gehörten doch er und seine Frau Ursula zu den ersten Sammlern von Kulturgut aus Kunststoff, das es in den frühen 1970er Jahren erst noch zu entdecken galt. Über die erste Ausstellung der Sammlung Kölsch im Folkwang-Museum in Essen berichtete 1984 sogar der „Spiegel“. Im Rahmen der Gründung des Kunststoff-Museums-Vereins 1986 veranstalteten wir eine Ausstellung in der Kunsthalle Darmstadt bei der auf polymere Luxus- und Gebrauchsgüter der Sammlung Kölsch zurück gegriffen werden konnte.

H. U. Kölsch hat die Arbeit des KMV über all die Jahre kontinuierlich kritisch begleitet. Unbestritten bleibt sein Verdienst, ganz erheblich zur Wertschätzung der Kunststoffe in kultur- wie designhistorischer Sicht beigetragen zu haben.

Wir werden ihn in dankbarer Erinnerung behalten.

01.11.2019 Neue Regale für die Kunststoff-Sammlung

Im November 2019 konnten für die Lagerung unserer Sammlung im Keller des Zentraldepots (Peter-Behrens-Bau) des LVR-Industriemuseums neue Regale angeschafft und aufgebaut werden. Bisher war ein erheblicher Teil der Sammlung noch in den Umzugskisten von 2016 auf Paletten gestapelt. Damit ist ein weiterer großer Schritt zur Bewältigung der Brandfolgen getan.

Die Lagerung auf Paletten war konservatorisch gesehen problematisch. Mit der Unterbringung der Objekte in Regalen sind diese nun wesentlich besser zugänglich und  Leihanfragen können wesentlich unkomplizierter bearbeitet werden.

20.09.2019 Tagung: Kunststoffe für die Ewigkeit? Plastics forever

Zum Abschluss des Forschungsprojektes zu den „Gläsernen Figuren“ des Deutschen Hygiene Museums in Dresden fand vom 19.-20. September die internationale Konferenz „Kunststoffe für die Ewigkeit? Plastics forever. Historische Ausstellungsikonen erforschen und erhalten“ statt. Zwei Mitglieder des KMV-Präsidiums waren auch an dieser Tagung beteiligt.

Während Frau Prof. Waentig über „Kunststoffe als Forschungsgegenstand der Konservierungswissenschaft“ informierte, sprach Herr Dr. Schepers über “Kunststoffe in Form – Designgeschichte als Werkstoffgeschichte“.

31.05.2019 The Plastics Heritage Congress 2019: History, Limits and Possibilities

Die Teilnehmer des KMV (v.l.): Dr. Schepers, Prof. Waentig, Frau Bode, Prof. Bonten, Frau Burkart

Vom 29.-31. Mai 2019 fand in Lissabon der „Plastic Heritage Congress 2019: History, Limits and Possibilites“ statt. Lisa Burkart und Laura Bode haben im Zuge ihrer Arbeit im KuWerKo-Projekt die Herangehensweise und Methodik des Erforschens des kulturhistorischen Kontexts von Kunststoffobjekten auf der internationalen Konferenz zum Thema Kulturgut aus Kunststoff vorgestellt.

Die einmalige Chance, knapp 200 Teilnehmer aus 24 Ländern über das Forschungsprojekt zu informieren, wurde in Lissabon genutzt. Dabei wurden der KMV und seine Sammlung besonders in den Mittelpunkt gerückt sowie der Brand und die Chancen, die sich daraus ergeben haben, wurden präsentiert.

Zusammen mit dem Design Museum Gent wird an einer einheitlichen Terminologie zum Thema Kunststoffe und deren Alterung gearbeitet. Dieses Thema wurde ebenfalls vorgestellt und erfuhr besonders viel Resonanz bei den Vertretern musealer Sammlungen.

Mitglieder des Präsidiums waren ebenfalls vor Ort, sodass viele interessante Gespräche und Gedanken ausgetauscht werden konnten. Besonders für Frau Burkart und Frau Bode war diese internationale Konferenz eine gelungene Begegnung mit dem Who-is-Who der Welt der Kunststoffkulturgüter und ihrer Erhaltung.

01.01.2019 Neues von "KuWerKo"

Aufbewahrung eines Ensembles von Puppenmöbeln, erarbeitet von den Studierenden

In den ersten Monaten der Projektlaufzeit konnten schon einige wichtige Kontakte geknüpft und Impulse gegeben werden. Im Januar 2019 fand im Peter-Behrens-Bau in Oberhausen ein Seminar zur präventiven Konservierung mit Studierenden der TH Köln statt. Die Studierenden untersuchten in drei Arbeitsgruppen die Inventarisierung, Lagerung der Objekte sowie die klimatischen Bedingungen im Peter-Behrens-Bau.

Es zeigt sich, dass das Interesse an unserem Projekt in Museumskreisen sehr groß ist. In vielen Sammlungen wächst die Anzahl der Exponate mit und aus Kunststoffen und damit auch die Notwendigkeit, sich mit dem Material in historischer und konservatorischer Hinsicht auseinanderzusetzen. Im März fand die Tagung der AG Sammlungsmanagement des Deutschen Museumsbundes unter dem Titel „Schwierige Sammlungen“ statt. Frau Scholten stellte die Sammlung des KMV und das Projekt KuWerKo in Berlin vor. Einen ähnlichen Fokus hatte im März die 1-2-3-Veranstaltung der LVR-Museumsberatung mit dem Verband Rheinischer Museen. Im Peter-Behrens-Bau erläuterten Frau Prof. Waentig und Frau Scholten den Experten aus verschiedenen rheinischen Museen die Sammlung unter konservatorischen und kulturhistorischen Gesichtspunkten. Im Anschluss an die Vorträge waren die Teilnehmer eingeladen, an einer Führung durch die Kunststoffsammlung im Depot teilzunehmen. 

Im Mai werden Frau Burkart und Frau Bode (TH Köln) das Projekt bei der Tagung „Plastic Heritage“ in Lissabon vorstellen. Eine weitere Präsentation ist bei der Veranstaltung „Future Talks“ der Neuen Sammlung in München geplant.

Ein Projektziel soll die Erarbeitung einer fachspezifischen Terminologie für Kunststoffe in Museen sein, die später auch von anderen Häusern genutzt werden soll. Der Fachbereich für Translation und mehrsprachige Kommunikation der TH Köln konnte für eine Zusammenarbeit gewonnen werden, so dass auch eine Übersetzung ins Englische ins Auge gefasst werden kann.

 Mit dem Design Museum in Gent wurde ein Kooperationsvertrag geschlossen. Dort ist ein Projekt zur Erarbeitung eines Kunststoff bezogenen Thesaurus in niederländischer und englischer Sprache in Arbeit. Es haben bereits mehrere Treffen der Beteiligten in Köln stattgefunden, um über gemeinsame Fragestellungen und Probleme zu diskutieren. Dieser Austausch auf internationaler Ebene verspricht sehr fruchtbar zu werden. 

Regelmäßig finden Treffen aller an diesem ehrgeizigen Forschungsprojekt Beteiligten, dem LVR Industriemuseum Oberhausen, dem IKT (Institut für Kunststoff-Technik) der Universität Stuttgart und der TH Köln (Institut für Restaurierungs- und Konservierungs-wissenschaft) statt.